Seit fast einem Jahrhundert gehören Makkaroni und Käse in Schachteln zu den Grundnahrungsmitteln der amerikanischen Küche. Von seinen Anfängen bei der Markteinführung von Kraft im Jahr 1937 bis hin zu seiner Rolle bei der Ausweitung der Budgets während der Depression hat dieses Wohlfühlessen Bestand gehabt. Aber ist der Klassiker immer noch König? Ein kürzlich durchgeführter Blindverkostungstest mit 11 verpackten Makkaroni und Käsesorten bringt einen überraschenden neuen Gewinner zutage: Cabot Seriously Sharp Classic Cheddar Macaroni and Cheese hat Kraft als erste Wahl abgelöst.
Die Geschichte einer Heftklammer
Die Geschichte beginnt lange bevor die Kartons in die Regale kommen. Während Makkaroni und Käse selbst bis in die Küchen des 18. Jahrhunderts zurückreichen, einschließlich der Küchen versklavter Köche wie James und Peter Hemings, brauchte die Massenproduktion Innovationen. James L. Kraft patentierte 1916 eine Käsekonservierungsmethode, die den landesweiten Vertrieb von Käsepulver ermöglichte. Die erste Boxversion kam 1937 für 19 Cent pro Box auf den Markt und wurde zur Lebensader der Depressionszeit. Eine einzige Lebensmittelmarke deckte zwei Kisten ab, was es unglaublich erschwinglich machte. Auch heute noch ist es mit einem Preis von etwa 1 US-Dollar eine der am besten erhältlichen Mahlzeiten in den Regalen der Lebensmittelgeschäfte.
Die Testkriterien: Jenseits von Nostalgie
Beim blinden Geschmackstest wurden Textur, Geschmacksbalance und allgemeine Cremigkeit berücksichtigt. Die Tester hatten unterschiedliche Vorlieben, einige bevorzugten künstliche Käsearomen, während andere schärfere Cheddar-Noten suchten. Auch die Form der Nudeln spielte eine Rolle, wobei die Schalen aufgrund der besseren Soßenretention im Allgemeinen besser waren als die Ellenbogen. Das ideale Ergebnis: eine gleichmäßige, cremige Sauce ohne Körnigkeit oder Wässerung, ausgewogene Käse-, Butter- und Milchsüße sowie Nudeln, die ihre Form behalten, ohne matschig zu werden.
Die Ergebnisse: Cabot holt sich die Krone
Cabot Seriously Sharp Classic Cheddar Macaroni and Cheese ging als klarer Favorit hervor. Die Tester lobten seinen ausgeprägten Cheddar-Geschmack und bezeichneten ihn im Vergleich zur Konkurrenz als „echtes Schnäppchen“. Ein Redakteur bemerkte: „Das ist es, was ich mir von verpacktem Mac and Cheese wünsche.“ Die Soße war dick genug, um die Schalen gleichmäßig zu bedecken, und die Nudeln hatten den gewünschten Biss.
Kraft Original Mac & Cheese sicherte sich den zweiten Platz und profitierte von starker Nostalgie. Obwohl die Tester seine Vertrautheit anerkannten, empfanden sie es als milder und süßer als Cabot. Ein Rezensent meinte, dass es „den Makkaroni-Käse-Juckreiz ordentlich lindert“ und betonte den konsistenten, erwarteten Geschmack.
Weitere Konkurrenten waren Annie’s, Bowl & Basket, Cracker Barrel, Good & Gather, Manischewitz, Market Pantry, Stop & Shop, Velveeta und Wacky Mac. Alle blieben hinsichtlich Geschmack, Textur oder Gesamtzufriedenheit hinter den ersten beiden zurück.
Die Wissenschaft hinter der Sauce: Phosphate und Molke
Der Schlüssel zu einer cremigen Sauce ist nicht nur Käse; es ist Chemie. Sowohl Cabot als auch Kraft verwenden emulgierende Salze auf Phosphatbasis (Natrium-, Kalzium- und Dinatriumphosphate), um das Käsepulver zu einer zusammenhängenden Sauce zu binden. Bio- oder „Clean-Label“-Marken setzen stattdessen oft auf Maisstärke, was zu dünneren, weniger cremigen Texturen führen kann.
Eine weitere wichtige Zutat ist Molke, ein Nebenprodukt der Käseherstellung mit hohem Laktosegehalt, der für eine dezente Süße sorgt, die den herzhaften Käse ausgleicht. Cabot verwendet echten Cheddar, Butter und Buttermilch, während Kraft für seinen milderen Geschmack auf Milchfett und Milchproteinkonzentrat setzt.
Fazit
Der Blindverkostungstest zeigt, dass die Nostalgie zwar überwiegt, die Qualität jedoch überwiegt. Der schärfere Cheddar-Geschmack, die cremige Soße und die gut gekochten Nudeln von Cabot haben Kraft entthront und beweisen, dass sich Mac and Cheese in Schachteln über seine klassische Formel hinaus weiterentwickeln kann. Die Zukunft der Hausmannskost könnte schärfer, geschmackvoller und überraschenderweise besser sein.

























